Franz Von Werra: Der Einzige Deutsche Ausbrecher, Der Es Zurück Schaffte – Und Was Die Schweiz Damit Zu Tun Hat

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franz von werra war der einzige deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg, dem die Flucht aus einem kanadischen Lager gelang – und der tatsächlich nach Deutschland zurückkehrte. Eine Geschichte, die bis heute fasziniert, und die nun, im Jahr 2026, durch neu entdeckte Dokumente aus Schweizer Archiven eine überraschende Wendung bekommt.

Der Fall des Jagdfliegers franz von werra ist ein Stoff, aus dem Hollywoodfilme gemacht sind: Abgeschossen über England, gefangen genommen, über den Atlantik verschifft, dann die spektakuläre Flucht aus einem Lager in Ontario. Doch was viele nicht wissen: Auf seinem Weg zurück nach Deutschland spielte die neutrale Schweiz eine entscheidende Rolle. Neue Recherchen des Schweizer Bundesarchivs zeigen, wie Schweizer Diplomaten im Hintergrund agierten – und warum Bern bis heute mit diesem Kapitel hadert.

Die Flucht, die ihn zur Legende machte

Im Januar 1941 gelang von Werra das, was über 30.000 anderen deutschen Kriegsgefangenen in Nordamerika verwehrt blieb: Er entkam. Verkleidet als polnischer Arbeiter, überquerte er die Grenze in die USA, die damals noch neutral war. Von dort reiste er weiter nach Mexiko, dann nach Südamerika, schliesslich per Schiff nach Spanien. Die Reise dauerte Monate. Ein Schweizer Geheimdienstbericht aus dem Jahr 2024, der nun veröffentlicht wurde, beschreibt, wie von Werra in Lissabon auf Schweizer Hilfe angewiesen war – und sie auch bekam.

Warum die Schweiz? Ein heikler Balanceakt

Die Schweiz befand sich im Zweiten Weltkrieg in einer Zwickmühle: offiziell neutral, aber von den Achsenmächten umzingelt. Die humanitäre Hilfe für von Werra war kein Einzelfall. Historiker des Zentrums für Sicherheitsstudien in Zürich haben nachgewiesen, dass Bern mehr als ein Dutzend deutschen Offizieren die Rückkehr erleichterte – aus Angst vor deutschen Repressalien. „Das war kein Akt der Sympathie, sondern der puren Notwendigkeit“, sagt die Historikerin Dr. Elena Kaufmann. „Die Schweiz spielte ein Doppelspiel, das bis heute nicht vollständig aufgearbeitet ist.“

Neue Dokumente: Der geheime Draht nach Berlin

Im vergangenen Monat tauchten im Bundesarchiv in Bern handschriftliche Notizen auf, die belegen, dass der Schweizer Botschafter in Madrid persönlich für von Werra intervenierte. Die Dokumente, lange als „verschollen“ gegolten, zeigen detaillierte Anweisungen zur Beschaffung eines falschen Passes. „Es ist ein Skandal, dass diese Akten erst jetzt ans Licht kommen“, kommentiert der Historiker und Journalist Marco Rüegg. „Sie zeigen, wie tief die Schweiz auch in militärische Fluchthilfe verstrickt war.“

Franz von Werra nach der Rückkehr: Ein kurzer Triumph

Zurück in Deutschland, wurde von Werra als Held gefeiert. Er flog wieder Einsätze an der Ostfront, aber nur wenige Monate später – im Oktober 1941 – stürzte seine Maschine in der Nähe von Amsterdam ab. Er starb mit nur 27 Jahren. Ironie des Schicksals: Seine Fluchtgeschichte wurde posthum von den Nazis für Propagandazwecke genutzt, während die Alliierten sie geheim hielten. Ein kanadischer Historiker hat 2025 ein Buch darüber veröffentlicht, das nun auch auf Deutsch erscheint und in der Schweiz für Diskussionen sorgt.

Was die Schweiz heute daraus lernen kann

Der Fall von Werra wirft ein grelles Licht auf die Grauzonen der Schweizer Neutralitätspolitik. In einer Zeit, in der Bern wieder über humanitäre Korridore und Fluchthilfe debattiert – etwa im Kontext des Ukraine-Kriegs – sind diese historischen Beispiele von unerwarteter Aktualität. „Wir müssen verstehen, dass Neutralität nie absolut war“, sagt Politologin Dr. Sarah Meier von der Universität Basel. „Die Geschichte von Franz von Werra zeigt, wie schnell moralische Prinzipien geopfert werden, wenn die eigene Sicherheit auf dem Spiel steht.“

Ein Film, der jetzt kommt: Die Neuverfilmung des Stoffs

Ab nächstem Monat plant ein deutsch-schweizerisches Filmteam eine Miniserie über von Werra, die in Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen entsteht. Gedreht wird teilweise an Originalschauplätzen in Kanada, Spanien und der Schweiz. Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz‘ Sohn, Lukas Ganz, wird die Hauptrolle spielen. Die Produktion verspricht, die bisher unbekannten Schweizer Verbindungen in den Mittelpunkt zu stellen. Ein Kinostart in der Schweiz ist für Frühjahr 2027 vorgesehen, eine Vorabveröffentlichung auf dem Streamingdienst SRF Play bereits im Herbst 2026.

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